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Der neue Golf IV - Der Maßstab in der Kompaktklasse?

Er ist reifer, wertiger und größer geworden - der neue Golf. Einfühlsam wurde gestylt, propper und kaftvoll sieht er aus, wobei das Design niemanden zweifeln läßt - hier kommt ein Golf. Klare Linienführung prägen den Charakter der Karosse und gerade dies schmeichelt dem Betrachter. Die stärker geneigte Frontscheibe und der Zuwachs in der Länge um 131 Millimeter auf 4149 und in der Breite um 30 Millimeter, auf nunmehr 1735 Millimeter, haben einen positiven Einfluß auf seine Proportionen. Markant - die Hauptscheinwerfer mit klaren Streuscheiben verglast, beherbergen gleichzeitig Doppelscheinwerfer, Nebelscheinwerfer und Blinker. Einprägsam - das Heck, kühn das Linienspiel von C-Säule und Heckklappe. Der Radstand des neuen Modelles ist auf stattliche 2511 Millimeter gewachsen, also um 39 Millimeter.

Die Insassen freuen sich, denn der Größenzuwachs kommt voll und ganz dem Innenraum zugute. Der neue Golf bietet deutlich bessere Raumverhältnisse, ja, es kommt ein Hauch von Großzügigkeit auf. Der völlig neu gestaltete Innenraum tut sein übriges dazu, sich in ihm wohlzufühlen. Hochwertige Materialien und Stoffe, harmonische Zusammenstellung von Farbe und Struktur ergeben eine Anmutung, die in dieser Fahrzeugklasse nicht selbstverständlich ist. Entspannt läßt es sich hinter den in zwei Ebenen verstellbaren Steuer sitzen, alle Bedienelemente sind in Griffnähe und die Bedienung gibt dem Fahrer, wie schon beim Vorgänger, keinerlei Rätsel auf. Das Kombiinstrument mit Tachometer, Drehzahlmesser, Tankuhr und Wassertempereaturanzeige läßt sich vorbildlich und exakt ablesen. Ein Novum, nachts werden die Skalen, mit einem etwas kalten Blauton, durchleuchtet. Dabei erstrahlen die Zeiger leuchtend rot, was auf den ersten Blick etwas bunt und ungewöhnlich auf den Betrachter wirkt, aber eine gute Lesbarkeit sicherstellt und das ist wohl das Wichtigste.

Der Sitzkomfort auf den vorderen, gut geformten und straff gepolsterten Sitzen ist sehr angenehm. Bei allen neuen Golf Modellen sind die Fahrersitze höhenverstellbar, dies läßt sich leicht und einfach bewerkstelligen. Dabei bleibt die Neigung der Sitzfläche unberührt.

Selbst auf den hinteren Sitzen ist man gut untergebracht, aber die aufgezwungene Sitzhaltung ist dabei etwas steil geraten. Bei den zweitürigen Karosserieversionen erleichtert die sogenannte "Easy-entry"-Funktion das Erreichen der hinteren Plätze. Einfacher ausgedrückt, der Vordersitz schwingt samt Untergestell weit nach vorne und gibt so den Weg für einen bequemen Einstieg frei.

Oberste Prämisse bei der Weiterentwicklung des Fahrwerkes bestand in der Optimierung von Komfort und Fahrdynamik. Bewährtes wurde hier beibehalten, die McPherson-Federbeine mit unteren Dreieckslenkern an der Forderachse, wurden gekonnt überarbeitet. So wurde das Ansprechen der Federung sowie der Geradeauslauf gegenüber dem Golf III nochmals verbessert und trotz größeren Reifenformates (14-16 Zoll, je nach Modell), blieb der kleine Wendekreis erhalten.

Da bei der hinteren Verbundhinterachse Federn und Dämpfer nun voneinander getrennt wurden, konnte die Durchladeöffnung um 80 mm auf einen Meter vergrößert werden. Zudem entfallen durch diese Anordnung die Federbeindome im Kofferraum. Dadurch läßt sich das glattflächige 330 Liter große Heckabteil sehr gut nutzen. Neuerdings kann die Ladung durch vier Verzurrösen gesichert werden. Zudem wurde die Rückenlehne der Rückbank so konstruiert, daß sie bei einem Unfall dem Druck der im Kofferraum befindlichen Ladung standhalten.

Aber nicht nur die Ladung ist sicher aufgehoben, nein auch die Passagiere. Die neue Karosseriestruktur ist so gestaltet worden, daß im Ernstfall die Aufprallenergie sehr gut absorbiert werden kann. Beim Seitenaufprall wird durch den gezielten Einsatz von Versteifungen an der A-, B- und C-Säulen, sowie im Bereich der Schweller und der Türen ein hoher Sicherheitsstandard erreicht. Last but not least, bieten alle Golf-Modelle, Fahrer- und Beifahrerairbag im Fullsize-Format, Seitenairbags, Gurtstraffer und Gurtblockierer. Der Kraftstofftank wanderte vor die Hinterachse und liegt nun nicht mehr im Deformationsbereichs des Hecks. Standard bei allen Modellen ist auch die Isofix-Kindersitzbefestigung. Bei diesem System wird der Kindersitz starr mit der Karosserie verbunden und das lästige einfädeln des Sicherheitsgurtes entfällt.

Optimalen Schutz auch vor Duchrostung, durch die Verwendung von vollverzinkten Blechen. Dadurch kann VW den Käufern, erstmalig eine zwölf Jahres-Garantie geben Durchrostung bieten. Nicht zuletzt besitzt diese Karosserie auch eine hohe Festigkeit und Steifheit, die durch Verwendung modernster Fertigungstechniken, wie Laserschweißen oder spezielle Klebetechniken erreicht wurde. Reduzierte Spaltmaße und schmale Fugen machen diesen Fortschritt sichtbar.

Das Basistriebwerk bildet ein neuentwickelter Vierzylinder Ottomotor aus Aluminium. 1,4 Liter Hubraum und 16 Ventilen bringen eine Leistung von 55kW (75 PS)bei 5000 U/min und ein maximales Drehmoment von 128 Nm bei 3300 U/min. Sein größerer Bruder, auch ein Vierzylinder Ottomotor, bietet 1,6 Liter Hubraum und ein Schaltsaugrohr, um das Drehmoment zu verbessern. Seine Leistung beträgt 74 kW (100 PS) bei 5600 U/min und einem Drehmoment von 145 Nm bei 3800 U/min. Von Audi übernommen, der Vierzylinder mit 20 Ventilen. Sein Hubraum beträgt 1,8 Liter, seine Leistung 92 kW (125 PS) dabei hat er ein maximales Drehmoment von 170 Nm bei 4200 U/min. Neben der Saugversion ist dieser Motor, wie auch bei Audi, ist dieser auch mit Turboaufladung zu bekommen. Dann leistet er 110 kW (150 PS) bei 5700 U/min und sein Drehmoment steigert sich auf 210 Nm bei 1750 - 4600 U/min. Die selbe Leistung 110 kW (150PS) bei 6000 U/min, aber einen völlig anderen Charakter bietet der vom VR6 abgeleitete 2,3 Liter Fünfzylinder. Der im spitzen Winkel (15 Grad) konstruierter V-Motor bietet ein maximales Drehmoment von 205 Nm bei 3200 U/min. Neben den Benzinern umfaßt die Motorenpalette des neuen Golf drei Dieseltriebwerke. Alle Varianten habe einen Hubraum von 1,9 Litern. Der Saugdiesel-Direkteinspritzer SDI leistet 50 kW (68 PS)bei 4200 U/min. Das max. Drehmoment von 133 Nm erreicht er von 2200 - 2600 U/min. Der 1,9 Liter Turbodiesel TDI bringt es auf eine Leistung von 66 kW (90 PS) bei 3750 U/min. Bei 1900 U/min hält er schon sein maximales Drehmoment von 210 Nm bereit. Die dritte Variante besitzt eine Leistung von 81 kW (110 PS) bei 4150 U/min und bringt ein max. Drehmoment von 235 Nm ebenfalls schon bei 1900 U/min. Ja, da gilt das Sprichwort - "Wer die Wahl hat, hat die Qual!" Welchen Motor soll ich nehmen? Eines ist sicher, der 110 PS TDI ist auch mit der GTI-Optik lieferbar, die sonsten nur bei den 125 und 150 PS-Motorisierung erhältlich ist. Bis auf den 150 PS Turbo und dem Basisdiesel, können alle Varianten mit der Viergangautomatik kombiniert werden.

Tja, das Golfen ist so populär wie noch nie und das dürfte sich auch nicht ändern! Im Gegenteil - man wird sich nur fragen, in welcher Liga soll ich spielen. Die Einstandspreise liegen zwischen 25.700,- bis 39.900,- DM für die Basisversionen, dabei kann man, je nach Lust und Laune, noch ettliche Tausender drauflegen. Denn zusätzlich zur Basisversion gibt es noch Ausstattungspakete wie Trendline, Comfortline, Highline sowie die sportliche Ausstattungsstufe GTI. Extras wie Metalliclackierung, Alufelgen, Automatikgetriebe, Navigationssystem mit integriertem Radio, Vorbereitung für Autotelefon, Klimaanlage oder Climatronic, Geschwindigkeitsregelanlage, verschiedene Radio-/Soundanlagen, das Wetterpaket mit Scheinwerferreinigungsanlage, beheizbaren Scheibenwaschdüsen und beheizbaren Vordersitzen, oder das Technikpaket 1 mit Funkverbedienung für die Zentralverriegelung, Multifunktionsanzeige und eine Diebstahlwarnanlage. Technikpaket 2 bietet einen in die Windschutzscheibe integrierten Regensensor und einem automatisch abblendenden Innenspiegel, und.. und.. und..

Stand Dezember 1997