![]() |
|
Der KIA Venga – Venga – los, komm!
Der Name des neuen Familienautos von Kia ist aus dem Spanischen abgeleitet und bedeutet so viel wie: „Komm“ oder „Los“. Warum sich allerdings ein koreanisches Auto einen spanischen Namen zulegt? Dies ist ganz einfach zu beantworten, da der Kia ausschließlich für den europäischen Markt konzipiert wurde. Zufall oder nicht: man gerät schon wieder in Versuchung festzustellen, dass der Minivan der Stuttgarter Konkurrenz sehr ähnlich sieht.

Sei‘s drum, auf jeden Fall wurde auch der Venga – neben dem Soul – mit Designpreisen ausgezeichnet. Als Mini-Van liegt es in der Natur dieser Fahrzeuggattung, dass die Bestimmung auf „nutzwertorientiert“ liegt. Dies zollt ihren Tribut an ein gewisses Exterieur-Design: hochbeinig, mit viel Raumangebot, muss einfach eine gewisse Fahrzeughöhe (1.600 mm) eingehalten werden und da die Designer getreu dem Motto „Form Follows Function“ agieren, lag der Schwerpunkt eindeutig auf einer Mini-Van-Ausrichtung.

Doch das Endprodukt spricht für sich. Sein langer Radstand und die breite Spur geben dem Venga aus jeder Perspektive eine optisch, solide, sportliche Basis. Alle Linien, Kanten und Konturen zeigen eine nach hinten hin aufsteigende Tendenz – von den Scheinwerfereinfassungen über die keilförmig verlaufenden Schulterlinien und Türsicken bis zu den stark ansteigenden Unterkanten der hinteren Fenster – und lassen so den Kia sehr dynamisch und agil wirken. Durch die kurzen Überhänge vorn und hinten wird dieser Eindruck ausdrucksstark betont. Muskulös ausgestellte Radhäuser unterstreichen seine athletische Note.

Was außen so konsequent umgesetzt wurde, findet sich auch im Innenraum wieder. Passgenau und anspruchsvoll präsentiert sich der Venga in seiner Preisklasse im oberen Level. Haptisch angenehme Oberflächen unterstreichen sein elegant sportliches Interieur.

|
Das Cockpit wartet mit einem Dreispeichenlenkrad auf, das höhen- und tiefenverstellbar für den jeweiligen Fahrer anzupassen ist. Je nach Ausführung sind verschiedene Bedienelemente integriert wie z.B. die Fernbedienung für das Audiosystem oder die Bedienung der Geschwindigkeitsregelanlage.
Im Blickfeld des Fahrers finden sich drei Rundinstrumente, die durch ihre sportliche Röhrenform und die rote Beleuchtung bei allen Lichtverhältnissen leicht ablesbar sind.
Alle anderen Instrumente und Schalter sind so angeordnet, dass sie intuitiv bedienbar keine Rätsel aufgeben. Standardmäßig sorgen Designelemente in Metalloptik für Auflockerung und unterstreichen das peppige Ambiente. Super für ein Auto dieser Kategorie - der Monitor für die Rückfahrkamera ist in den Rückspiegel platzsparend integriert und damit logisch und gut im Blickfeld des Fahrers. |

|
Durch die erhöhte Sitzposition behalten Fahrer und Passagiere die optimale Übersichtlichkeit und gleichzeitig gestaltet sich das Einsteigen äußerst bequem.
Dieses Indiz spricht dafür, dass sich der Kia auch optimal für ältere Menschen eignet, die diesen Komfort zu schätzen wissen. Die Sitze sind weich gepolstert, bieten aber keinen allzu guten Seitenhalt – bei smarter Fahrweise ist dies allerdings kaum bemerkbar.
Der 4,07 Meter lange Venga wartet mit einem guten Raumangebot auf, sowohl für alle Mitreisenden als auch für das mitgeführte Gepäck. Zusätzlich lässt sich die Rückbank noch um 130 mm in der Länge verschieben, so erhält man entweder mehr Beinfreiheit oder mehr Platz zum Zuladen. |
.
|
Befinden sich alle Sitze der asymmetrisch geteilten Rückbank (60:40) in der hintersten Stellung und der Gepäckraumboden auf Ladekanten-Niveau, beträgt das Fassungsvermögen 314 Liter.
Entfernt man den oberen Laderaumboden, wächst das Volumen auf 422 Liter an. Das DRIVE and TRAVEL Team war erstaunt wie viele Dinge des Alltags sich im kompakten Venga unterbringen lassen – insgesamt können bei dachhoher Beladung bis zu 1.341 Liter verstaut werden.
Ebenso praktisch sind die gut nutzbaren Ablagen unter dem variablen Ladeboden, in den Türen oder der Mittelkonsole. So ist der Venga nicht nur schön anzuschauen; er zeigte sich auch äußerst flexibel und variabel in unterschiedlichsten Anforderungsbereichen. |

|
Der im DRIVE and TRAVEL verbaute Vierzylinder-Turbodiesel mit 16 Ventilen und obenliegenden Nockenwellen wurde in Rüsselsheim entwickelt und wird laut Kia auf der Wunschliste der Kunden ganz oben stehen. 128 PS/94 kW mobilisiert das Aggregat bei 4.000 Umdrehungen pro Minute und stellt 260 Nm (bei 1.900–2.750/min) bereit (CO2-Emission: 137 g/km). Dadurch wird eine gleichmäßige Beschleunigung über nahezu den gesamten Drehzahlbereich garantiert. |

Als erstes Fahrzeug seiner Klasse ist der Venga in allen Motorisierungen mit einem Start-Stopp-System (ISG) erhältlich. Das System schaltet den Motor automatisch ab wenn das Fahrzeug zum Stehen kommt und startet ihn wieder, sobald der Fahrer das Kupplungspedal betätigt. Mit dem Label „EcoDynamics“ kennzeichnet Kia die schadstoffärmsten und sparsamsten Varianten der Modellbaureihe. Neben dem ISG-System beinhaltet sie zusätzlich ein energiesparendes Lichtmaschinen-Management und Leichtlaufreifen. All diese Maßnahmen bewirken, dass der Umweltgedanke und die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund stehen.

Die EcoDynamics-Version ist mit einem manuellen 6-Gang-Getriebe ausgestattet, welches überarbeitet wurde und dadurch u.a. über eine größere Übersetzung verfügt. Das heißt, ein deutlich besseres Schaltgefühl entsteht und geschmeidigere Gangwechsel sind möglich. Diese Tatsache kann das DRIVE and TRAVEL Team voll und ganz bestätigen.

Ebenso überzeugte der Venga auf zahlreichen Testfahrten durch sein hervorragend abgestimmtes Fahrwerk und das tolle Fahrverhalten. Lediglich auf kurzen Bodenwellen neigt der Kia zum Poltern und leichten Wankbewegungen in Kurven – was aber wegen seiner Fahrzeughöhe nicht verwundert. Der Kleinwagen würde auch sicherlich nie die Ambitionen haben wollen, in die Riege der Sportwagen eingereiht zu werden.

Kombiniert wird der gute Fahrkomfort mit zahlreichen elektronischen Helfern wie z.B. ESP (Serie), das als Sicherheitsplus immer mit an Bord sein sollte, wenn man eine sportlichere Fahrweise bevorzugt. Die leicht gängige Lenkung trägt ihren Teil dazu bei, um als Fahrer direkt mit dem Fahrwerk in Kontakt zu treten, welches dann die Lenkbewegungen unmittelbar umsetzt – erleichtert auch das Rangieren ungemein.

Der Kia Venga – ein Kleinwagen mit Hang zu größerem. Was von außen so unspektakulär daherkommt, gestaltet sich innen sportlich und großzügig. Äußerst variabel steigt man beim Autokauf in ein Segment ein, welches viel, viel mehr verspricht, als es anfänglich scheint. Der Allrounder kostet ab 13.990 Euro (1.4 Liter Benziner).
Mehr technische Daten siehe "Auf
einen Blick"
Stand Juli 2010