Technische Daten

 

Lancia Delta - der gestylte Italiener

Was dem Franzosen sein Citroën, ist dem Italiener sein Lancia. Der selbstbewuste Schönling brilliert mit einem extravaganten Design, das stylisch und gleichzeitig edel wirkt. So präsentiert sich der Lancia Delta nach langem Showdown nun edlich wieder seinem Puplikum. Designelemente vom Ypsilon wurden hier teilweise neu interpretiert. Dabei spielt der Exzentriker mit seiner coupéhaften Erscheinung,schon im Stand gezielt mit seinen Reizen. Doch leider haben genau diese Spezie Autos es komischerweise eher schwer auf dem Markt Fuß zu fassen, denn sie polarisieren ungemein.

Technisch basiert der Lancia Delta auf dem Fiat Bravo, also einer ausgereiften und bewährten Basis, was sicherlich kein Nachteil ist - im Gegenteil. Geprägt wird seine dynamische Front durch den markanten, in Chrom gefassten Kühlergrill, der von Xenon-Scheimwerfern mit adaptivem Kurvenlicht und integrierten Dioden-Tagfahrlicht flankiert wird. Der in schwarz gehaltene Lufteinlass unterhalb des Kühlers, in der weit nach unten gezogenen Frontschürze, wird durch zwei Halogen-Nebelscheinwerfer begrenzt. All diese perfekt kombinierten Komponenten, geben der Front ihr unverwechselbares Aussehen.

Die Seitenlinie, mit ihren fliesenden, aerodynamischen Linien, lässt den Fahrzeugbody lang und gestreckt erscheinen und zeigt so auch optisch, was nüchtern die Zahl von über viereinhalb Metern Länge belegt. Dieser Maßindex zeigt, dass der Delta zwischen Kompakt- und Mittelklasse platziert ist. So verwunder es auch nicht, dass er im Innenraum die Passagiere mit großzügigen Platzverhältnissen verwöhnt.

Das Raumgefühl und Ambiente sind für diese Fahrzeugklasse mehr als überzeugend und der gebotene Platz ist selbst für fünf Personen noch reichlich.

Die nicht nur optisch gefälligen Sitze bieten auch auf langen Etappen überdurchschnittlich viel Sitzkomfort und bei flotterer Fahrweise kann ihr Seitenhalt durchaus überzeugen. Dazu sind die Vordersitze mit einer Sitzhöhenverstellung ausgestattet und der Fahrersitz verfügt auch noch über eine Lordosenstütze.

Reichlich Bewegungsfreiheit verwöhnt auch im Fond. Bequeme, nicht zu harte oder zu weiche Sitzmöbel sichern ein feudales Reiseerlebnis. Zudem läßt sich die Rückbank geteilt in der Längsrichtung verschieben.

Ablagen für "Dies und Das" sind ausreichend vorhanden und die gebotene Wertigkeit der Materialien sowie deren Verarbeitung, werden den Erwartungen und dem Image der Marke gerecht.

Ärgerlich und nicht nachzuvollziehen sind Kleinigkeiten wie zum Beispiel die Schalter der Sitzeheizung für die Vordersitze. Sie sind in der Mittelkonsohle unterhalb des Handbremshebels platziert und dadurch leider weder einsehbar noch leicht zu erreichen. Dazu gibt es im Sichtbereich keine Kontrolllampe für der Sitzheizung - das ist schade.

Da passt alles! Die Bediehnung der verschiedenen Schaltergruppen gibt keine Rätsel auf und die schwarz hinterlegten und mit Chromringen gefassten Instrumente schmeicheln dem Auge und die klar gezeichneten Skalen sind sehr gut ablesbar.

Mit dem formschönen Multifunktions-Lederlenkrad hat man stets alles sicher im Griff, denn es liegt nicht nur ausgezeichnet in der Hand sondern ist zudem vertikal und axial verstellbar. Auch der Schaltstock geht gut zur Hand und so lassen sich die Gangwechsel rasch und präzise durchführen.

Der 6,5 Zoll Farbbildschirm zeigt ein klares Bild dank hochauflösendem Kartenmaterial. Allerdings braucht es einige Übung und Gewöhnung um das Navigations- und Telematiksystem schnell und korrekt bedienen zu können.

Klappe auf, das Handschuhfach ist horizontal unterteilt und so hat endlich die Bedienungsanleitung seinen eigenen Platz und die anderen Utensilien sind leichter zu erreichen. In der Mittelarmlehne vorne kühlt das integrierte Kühlfach Dosen oder die Schokolade und für die Dokumente gibt es eine Extrafach.

Die hoch öffnende Heckklappe gibt eine große und breite Öffnung frei, die ein leichtes und müheloses Beladen des glattflächigen Kofferraumes ermöglicht. Ruck zuck lassen sich die beiden in 1/3 zu 2/3 geteilte Rückbanklehne umklappen, um so auch sperrige Sachen je nach Bedarf transportieren zu können. Der Kofferraum läßt sich so von 420 bis auf 1.190 Liter Volumen erweitern. So findet auch das große Urlaubsgepäck seinen Platz. Auch daran wurde gedacht, für eine Kühlbox ist eine 12-V-Steckdose im Kofferrraum vorhanden.

Allerdings muß erst eine hohen Ladekante überwunden werden, bis das Gepäck seinen Platz gefunden hat, was für die Bandscheiben nicht gerade zuträglich ist.

Unter dem Kofferraumboden ist das Notrad inklusive Werkzeug zwar gut verrutschsicher untergebracht, allerdings muß bei einer Panne erst einmal das gesamte Gepäck ausgeräumt werden, um an das Notrad zu gelangen, was sicherlich nicht nur bei Regen unangenehm ist.

Für die Sicherheit der Insassen wird einiges aufgeboten: So sind auf allen Plätzen Dreipunktsicherheitsgurte verfügbar (vorne mit Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern) und nicht weniger als sieben Airbags verbaut (Fahrer- und Beifahrerairbags, Knieairbag für den Fahrer, Seitenairbags vorn und zwei durchgehende Kopfairbags für vorn und hinten).

Zudem sorgen elektronische Assistentsprogramme - wie ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) neuester Generation mit Bremsassistent, integriertem Hill-Holder (Anfahrhilfe am Berg), eine Anti-Schlupf-Regelung (ASR), Torque Transfer Control (TTC), Drive Steering Torque ((DST), hier wirken folgende Subsysteme zusammen: Oversteering Control Funktion(OCF), MU Split Funktion (MCF) und Linearization Torque Feedback (TTC), Motorschleppmoment-Regelung (MSR) sowie ein Fire Prevention System (FPS) - für Hilfe in extremen und unvorhersehbaren Situationen. Dazu sorgen Nebelscheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion, LED-Tagfahrlicht sowie LED-Heckleuchten für zusätzliche Sicherheit.

Unser Testwagen Lancia Delta war mit einem 1.9 JTD 16V Biturbo Dieselmotor bestückt. Seine 190 PS sorgten für ein entspanntes und souveränes Fahren. Spurtstärke und hohes Drehmoment war in allen Lagen opulent. Vehement schiebt der Motor die Limousine an und sorgt für Beschleunigungs- und Durchzugswerte, die auch einem Sportwagen gut zu Gesichte stehen würden.

 

Dabei bleibt der Durst überraschend gering. Lediglich 6,3 Liter Dieselkraftstoff werden im Durchschnitt durch die Einspritzdüsen gejagt. Für die gebotene Leistung ein toller Wert. Zudem werden die Abgase durch einen Rußpartikel gereinigt und der CO2 Ausstoß liegt bei niedrigen 149 g/km. So verwundert es nicht, dass dieser Turbodiesel bereits die Abgasnorm EURO 5 erfüllt.

Der Kraftfluss wird dabei über ein Sechsganggetriebe an die Vorderräder geleitet. Spielerisch lässt sich der Lancia mit der elektrischen Servolenkung Dualdrive dirigieren, ohne dabei unpräzise zu wirken. Im Gegenteil, sehr direkt und gefühlvoll, mit dem gewissen Feedback, aggiert die Lenkung und so werden Kurven zum reinsten Vergnügen. Für einen angenehmen Fahrkomfort mit einem gewissen sportlichen Touch sorgt das superbe Fahrwerk. Für das gelungene Gesamtkonzept zeichnet sich an den Vorderrädern eine McPherson Einzelradaufhängung, hydraulischen Teleskopstoßdämpfern, Schraubfedern und Stabilisator sowie hinten eine Verbundlenkerachse, Teleskopstoßdämpfern und Stabilisator, verantwortlich.

Für vehemente Verzögerung sorgt eine robuste Bremsanlage mit ABS, EBD und vier Scheibenbremsen - vorn innenbelüftet und mit einem Scheibendurchmesser von 305 mm und einer Stärke von 28 mm, hinten beträgt der Scheibendurchmesser 251 mm und die Stärke 10 mm. Stets zeigte sich die Bremsanlage souverän und hatte keinerlei Probleme bei der Verzögerung von den maximal 2 Tonnen Gesamtgewicht und zeigte sich auch nach mehreren Vollbremsungen standhaft ohne Fadingerscheinungen.

Der Lancia Delta ist ein Auto, das sich wohltuend aus dem Autoeinerlei hervorhebt. Man hat bei ihm die freie Wahl zwischen Sport und Komfort, verbindet er doch beides in perfekter Weise. Wer Sinn für das Extravagante hat, die Substanz von Formen liebt, für denjenigen, für den Design mehr ist als nur ein Wort, der hat im Lancia Delta sicherlich ein ideales Gefährt gefunden. Bietet er doch die ideale Symbiose zwischen Technik und dem Konzentrat aus Innivationen und Design. Der Delta - die universelle Masseinheit für Differenz - Grenzen überwinden und neue Standards setzen. Dem Redaktionsteam verging die Zeit mit ihm viel zu schnell - wie immer wenn man Schönes erlebt.

Mehr technische Daten siehe "Auf einen Blick"

Stand Januar 2010