| Automuseum Fritz B. Busch,
Wolfegg |
Wenn Sie einmal im schönen Allgäu
sind, sollten Sie dem kleinen Ort Wolfegg (Autobahn Memmingen-Lindau, Ausfahrt
Leutkirch) einen Besuch abstatten. Neben einem
Bauernhofmuseum und einem Schloß
mit schöner Gartenanlage erwartet Sie hier das Automuseum des bekannten
Motor-Journalisten Fritz B. Busch. Ein Automuseum, das so herrlich anders ist.
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| Eines der Prunkstücke: der
Mercedes SSK wurde 1930 in Monte Carlo gefahren. |
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Das
beginnt schon am Eingang. Der erinnert eher an die Einfahrt zu einer Werkstatt,
denn an die Pforten eines Museums. Bei schönem Wetter empfängt einen
schon draußen das erste Ausstellungsstück. Und drinnen - hier drängen
sich auf engstem Raum die unterschiedlichsten Exponate aus allen Automobilepochen.
Aber
es sind nicht die vielen schönen Autos allein, die einen Besuch für
jeden Autofan zum Muß machen. Eine unverwechselbare Atmosphäre und
eine hohe fachlich-historische Aussage machen es zu einem der sehenswertesten
privaten Oldtimer-Museen Europas. Die Exponate stehen nicht einfach da, sondern
jedes einzelne erzählt quasi seine Geschichte.
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| Chevrolet Corvette - ein amerikanischer
Traum in rot. Baujahr 1961, 4,6 Liter Hubraum, V8, 200 PS, Spitze
210 km/h. |
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Ostern
1973 eröffnete Busch nach umfangreichen Aus- und Umbauarbeiten des 500
Jahre alten Wirtschaftsgebäudes des Wolfegger Schlosses sein Museum - seine
private "Oldtimerei". Es begann alles mit "nur" 32 Autos.
Bis heute sind es über 100 mehr geworden, dazu kommen über 80 Motorräder
und eine Menge Traktoren. Da fehlt weder der legendäre Fordsen-Traktor
aus den 20er Jahren noch Deutschlands erster Kleinschlepper mit Mähwerk,
der kleine Kramer von 1926.
Das
Hauptaugenmerk liegt aber auf Seiten der Autos und hier wird ein Querschnitt
durch die Motorisierung gezeigt. Busch legte Wert darauf, daß sich der
Besucher mit den Fahrzeugen identifizeiren kann. Unter dem Motto "Unterwegs
wie vorgestern" unternimmt Busch mit seinen stets fahrbereiten Oldtimern
auch weite Reisen, über die er dann seine Geschichten schreibt.
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| Ein Fiat Typ 509, Baujahr 1928.
Er war für die Italienier das, was für die Deutschen damals
ein kleiner Opel war. 1 Liter Hubraum, 4 Zylinder, 22 PS. Das reichte
für Tempo 90. |
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Zwei
Tankstellen-Szenen sind im Museum aufgebaut, z.B. als das Benzin noch von Hand
aus der Tiefe des Erdtanks hochgepumpt werden mußte. Da hatte der Tankwart
ganz schön viel zu tun, denn das Schauglas faßte jeweils nur fünf
Liter Benzin. An der Shell-Station aus dem Jahre 1928 kostete der Liter Sprit
38 Pfennige. Spottbillig? Denkste, zu der Zeit lag der Stundenlohn bei durchschnittlich
80 Pfennig.
Spezialitäten
aus vielen Ländern sind hier zu bewundern, ob der Kleinlaster Renault NN
aus den 20ern, Citroen's Ente - auch in Variationen, das Auto vom "blonden
Hans" (Hans Albers), ein Cadillac Baujahr 1951 mit viel, viel Chrom oder
rassige Sportwagen wie der MGA Roadster von 1959 oder der legendäre Jaguar
E Type von 1961. Nie ist es das Auto allein, das den Besucher in seinen Bann
zieht. Utensilien von damals, Bilder, Wandgemälde in lebensgröße,
Geschichten und Fakten ergänzen die ausgestellten Stücke.
| Aus
der Zeit, als bei uns die Kleinen ganz groß waren, stammen
diese Aufnahmen. Ob NSU Mini-Cabrio oder die "Knutschkugel",
hier finden Sie sie alle wieder. In stilvoller Umgebung mit aller
Zutaten aus dieser Epoche. |
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Wir wollen hier nicht alle Modelle aufzählen
und zeigen, auch wenn es noch viel über die Alfas, Borgwards, Dixis, Horchs
und Goliaths zu berichten gäbe. Erwähnen wollen wir noch, das es neben
den Original-Modellen auch noch rund 400 Miniatur-Automodelle zu sehen gibt,
und eine nachgestellte Werkstatt, und ...
Geöffnet ist das Museum vom 15 März
bis 31. Oktober, werktags von 9 bis 12 und von 13 bis 18 Uhr, Sonntags von 9
bis 17 Uhr. Während der Wintermonate nur an Sonntagen von 9 bis 17 Uhr.
Wie heißt es auf dem Ausstellungskatalog so treffend: "Es gibt viel
zu sehen!" - Also nichts wie hin.
