Oldtimer / Stories

 


Am 21.1.1899 beginnt mit dem Kauf der Anhaltischen Motorwagenfabrik die Automobilproduktion bei Opel.
Das erste Modell:
Opel Patent-Motorwagen.
100 Jahre Opel-Automobile

Am Anfang war die Nähmaschine

Die große Karriere von Adam Opel begann im Kuhstall seines Onkels in Rüsselsheim, wo er 1862 seine erste Nähmaschine in Handarbeit herstellte. Die Nachfrage war riesig, 1868 bezog Opel bereits eine neu erbaute Farbrik, 1884 waren schon 240 Arbeiter bei Opel beschäftigt.

Als in der Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts Fahrräder immer mehr in Mode kamen, entschloß sich auch Opel zum Bau und Verkauf der Velocipeds. Zahlreiche Siege von Opel-Fahrrädern, zum Teil auch von den Opel-Söhnen herausgefahren, steigerten den Bekanntheitsgrad. 1898 wurden 16.000 Zweiräder bei Opel gebaut. Dazu rund 20.000 Nähmaschinen - Opel war längst der größte Arbeitgeber der Region. 1899 kam dann Automobilbauer Friedrich Lutzmann nach Rüsselsheim.


Der erste Opel-Eigenbau: Der Opel-Motorwagen 10/12 PS, Zweizylinder, 1,9 Liter Hubraum, 1.200 U/min., Batteriezündung, automatische Ölpumpe, Spritzvergaser. Kardanwelle statt Kettenantrieb.

Die erste Opel-Eigenentwicklung

Damit ist Opel das zweitälteste , bestehende Automobilunternehmen in Deutschland. Doch das Geschäft floriert nicht so wie erwartet. 1901 erfolgt die Trennung von Lutzmann. Es beginnt 1902 die Linzenzfertigung auf französischen Fahrgestellen von Darracq.

Doch damit wollten sich die Opel-Brüder nicht zufrieden geben und so präsentierten sie bereits im Herbst 1902 auf der Hamburger Automobil-Ausstellung die erste Eigenkonstruktion. Und das war genau der richtige Weg. 1903 wurde der erste Opel-Vierzylinder für das Modell 20/22 PS gebaut. 1906 bauten die Newcomer bereits das 1.000 Fahrzeug, für damalige Verhältnisse mächtig rekordverdächtig, und gründeten die Werksniederlassung in Berlin.


Der "Doktorwagen" von 1909.

Der "Doktorwagen"

Beim Kaiserpreisrennen im Taunus 1907 ging Opel als bester deutscher Wagen durchs Ziel. Der endgültige Durchbruch kam dann mit dem 4/8 PS von 1909. Der legendäre "Doktorwagen" kostete mit 3.950 Mark nur halb soviel wie die luxuriöse Konkurrenz und gewann eine breite Bevölkerungsschicht für das Automobil.

1910 erfolgte die Einführung des Baukastenprinzips. Vorgefertigte Karosserien konnten mit unterschiedlichen Fahrgestellen und Motoren kombiniert werden. 1911 entstand der erste Flugmotor und ein Motorpflug, 1912 die Rüsselsheimer "Motor-Feuerspritzen". Für den Rennsport wurden 1913 Vierzylinder-Aggregate mit vier Litern Hubraum, Vierventiltechnik, und obenliegender Nockenwelle entwickelt. 1914 wurde sogar ein Motor mit 12,3 Litern Hubraum gebaut. Opel war größter deutscher Autobauer.


Am laufenden Band, aber nur in grün: der "Laubfrosch" mit 12 PS wird der Renner.

Der "Laubfrosch"

1916 baute Opel seinen ersten Sechszylinder mit 4,7 Litern Hubraum im Modell 18/50 PS. 1919 wurde südlich von Rüsselsheim die erste permanente Renn- und Versuchsstrecke eingeweiht.

Ein neuerlicher Meilenstein war dann 1924 die Großserienproduktion mit Fließbandtechnik. Das erste Modell: der 4/12 PS, der als "Laubfrosch" bekannt wurde. Durch revolutionäre Produktionverfahren und wegen starker Nachfrage sank sein Preis von 4.500 auf 2.980 Mark, später sogar auf 1.990 Mark.


23. Mai 1928: 24 Feststoffraketen mit insg. 120 kg Sprengstoff katapultieren den RAK 2 auf Tempo 238.

Raketen-Opel

Opel's Marktanteil wächst 1928 auf 37,5% und ein Jahr später übernimmt General Motors die Aktienmehrheit. Neben dem Start des ersten Opel-Achtzylinders beginnt auch das RAK-Programm.

RAK 1, das Raketenauto von Opel, beschleunigte bereits in 8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. RAK 2 erreichte auf der Berliner Avus mit Fritz von Opel am Steuer mehr fliegend als fahrend 238 km/h Höchstgeschwindigkeit. RAK 3 schraubte auf der Schiene den Geschwindigkeitsweltrekord auf 254 km/h. Genauso schnell wie sie begonnen hatten, endeten auch die Opel-"Raketen-Versuche".


Olympia - Wegbereiter in Sachen Großserienfahrzeug.

Der Olympia kommt

Schon 1931 übernimmt General Motors alle Opel-Aktien. Der Schnell-Lastwagen "Opel-Blitz" macht von sich reden.

1935 konnte Opel mit dem "Olympia" das erste deutsche Großserienfahrzeug mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie präsentieren. Geringes Gewicht, gute Aerodynamik und eine steife Fahrgastzelle, die sich bei Beanspruchung stufenweise verformt, verbesserten entscheident die passive Sicherheit.


Der Kapitän: Zentraltacho, 2.5-L-Sechszylinder mit hängenden Ventilen: super Fahrleistungen und seidenweiche Laufruhe.

Der "Kapitän"

So lang ist das schon her: 1936 gab's den ersten Opel -Kadett. Mit 120.293 Fahrzeugen pro Jahr war Opel Europas größter Autohersteller.

Als Nachfolger des Super 6 kam ein neues Modell: der Kapitän. Er brachte so Errungenschaften wie vordere Einzelradaufhängung, Warmwasserheizung und "Tonschlitze für den Schallauslaß der Tonquelle" mit. 1940 ruht auf Weisung der NS-Regierung die Pkw-Produktion. Neben zahlreichen Blitz-Modellen werden u.a. Allrad- und Kettenfahrzeuge gebaut. 1944 fiel das Werk Rüsselsheim zu 50% in Schutt und Asche, das Werk in Brandenburg wurde fast völlig zerstört. 1945 wurden auch noch die Kadett- Produktionsanlagen demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Aber schon ein Jahr später ging die Produktion des Opel Blitz mit 1,5 Tonnen wieder los. Deutschland brauchte jetzt Arbeitsgerät. 1947 wurde auch die Produktion des Olympia wieder aufgenommen.


"Haifischmaul", viel Chrom und ein Hauch von "Heckflosse" - damit lag der Rekord voll im Trend.

Der neue Kadett A demonstriete Opel's Selbstbewußtsein und war der erste Nachkriegs-Opel in der Kompaktklasse.

Der Opel Rekord

1950 war der Wiederaufbau in Rüsselsheim abgeschlossen. Und 1953 zeigte Opel auf der IAA in Frankfurt den ersten Opel mit Pontonkarosserie: den Rekord.

Der Rekord mit dem für diese Zeit typischen "Haifischmaul" war preiswert, geräumig und damit ideal für die Familie und die in Deutschland anbrechende Urlaubs-Reise-Welle. Nach einer Caravan-Version folgte 1955 auch eine zweitürige offene Limousine.

1962 eröffnete Opel ein neues Werk in Bochum für die Kadett-Produktion. Solgan: "Ein neues Auto aus einem neuen Werk". Schon allein die Optik im Vergelich zum Rekord von 1953 verdeutlicht die Wandlung. Vier Jahre später waren bereits 1 Million Kadett verkauft. 1966 eröffnete Opel ein Testzentrum in Dudenhofen und ein Komponentenwerk in Kaiserslautern.


Der heimliche Gründer der kompakten Mittelklasse: Der Opel Kadett B.

Der Comodore GS/E - ein Schreck auf der Autobahn für Mercedes, BMW und Porsche.

Die schönste Art, Opel zu fahren, der Opel GT hier in der Targa-Version.

"Nur Fliegen ist schöner"

Sportlich, Sportlich. Vom Kadett B als Coupé baute Opel 1967 die Sport-Version mit leistungsstarkem Motor mit 1.9 Litern Hubraum und 66 kW/90 PS. Zahlreiche Motorsportsiege und über 100.000 verkaufte Exemplare waren der Lohn für das Haus Opel.

Noch im gleichen Jahr kamen die Commodore-Modelle für den "sportlichen Familienvater". 1970 kam der 2,5-Liter-Motor mit eletronischer Benzineinspritzung und 110 kW/150 PS im Comodore GS/E. Damit wurde der Opel knapp 200 km/h schnell und Mercedesfahrer blaß um die Nase.

Den absoluten Knaller schickte Opel 1968 mit dem Opel GT auf die Straße. Der Werbeslogan "Nur Fliegen ist schöner" war bald in aller Munde und ist heute, wie auch der GT, Kult. 1969 kam mit der Targa-Version der vielleicht schönste Opel auf die Welt. Ein weiterer Ableger, der Diesel-GT, stellte 1972 zwei Weltrekorde auf. Mit einem 2,1-L-Wirbelkammer-Diesel mit 95 PS schaffte er 197,5 km/h Spitze.

Die "Corvette für den kleinen Mann" hatte Schlafaugen, und allein das Aufklappen der Scheinwerfer ließ den staunenden Zuschauern den Mund offen stehen. Licht einzuschalten war fast schon eine "heilige Handlung".


"Jeder Manni fährt Manta und hat eine blonde Freundin, die Friseus ist!" Kein Witz konnte den Erfolg des Manta bremsen.

Senator und Monza markieren ab 1978 die neue Oberklasse bei Opel. Große Heckklappe, umklappbare Rücksitze, ungeahnte Variabilität.

Kadett GTE - der Kadett D - erstmals mit Frontantrieb.

Manta, Manta und mehr

Über ihn gibt es mehr Witze als über den Trabant. Aber auch der Manta ist Kult geworden. 1970 feierte der Manta A Premiere. Bis 1975 wurden rund eine halbe Million gebaut. Die wunderschön gestylte Karosse mit GT-Elementen katapultierte sich in die Herzen der Fans. Auch von ihm gab es mit dem GT/E eine Sport-Version mit 1,9 Liter-Vierzylinder und 77 kW/105 PS. Keine der Nachfolger-Mantas hat seine Ausstrahlung je wieder erreicht, wenngleich der Manta B sogar (zusammen mit Til Schweiger) zu Filmehren gelangte. Besonders dieses Modell mußte sich im Laufe der Jahre die wildesten Tuningumbauten gefallen lassen.

1978 stellte Opel seine neue Oberklasse auf die Räder. Der viertürige Senator und der zweitürige Monza verfügten erstmals über eine Schräglenker-Hinterachse. Der neue Dreiliter-Sechszylinder leistete 132 kW/180 PS und machte den Monza 215 km/h schnell und damit zum bis dahin schnellsten Serien-Opel.

1979 erschien eine neue Kadett-Generation und mit ihr ein neues Antriebskonzept. Der Motor lag jetzt quer zur Fahrrichtung und übertrug durch eine verblockte Getriebe/Differential-Einheit die Kraft auf die Vorderräder. Ganze vier Jahre mußte dann die Fangemeinde auf den Kadett GTE mit 1,8-Liter-Einspritzer mit 115 PS warten. Er brachte zudem in Wagenfarbe lackierte Kotflügelverbreiterungen, Stoßstangen und Spoiler mit.


Ein Ascona C leitete die Katalysator-Ära bei Opel ein.

Der Opel Corsa Jahrgang '98 - selbst dieser Zwerg hat auf Wunsch eine Klimaanlage.

Kadett E GSi mit 16V-Motor und 110 kW/150 PS. Spitze 217 km/h, Mix-Verbrauch 7,3 Liter.

Ascona und Corsa

1981 kam der Opel Ascona C als preiswertes Familienauto und ebenfalls Frontantrieb. Das neue Antriebskonzept bescherte dem Ascona C ein wunderbares Platzangebot. War er doch nur 3 cm länger als ein Kadett, konnte er aber fast den Platz eines Opel Rekord vorwiesen.

Er ist klein - aber extra für ihn wurde ein neues Werk in Spanien aus dem Boden gestampft. 1982 begann die Produktion des Opel Corsa. Seinen entwicklungstechnischen Höhepunkt fand er vorläufig auf der Leipziger Automesse 1997, wo ein Dreizylinder-12-Ventil-Motor vorgestellt wurde.

Der Corsa Eco 3 setzte als das erste fahrfertige Dreiliter-Auto mit einem Drittelmixverbrauch von 3,4 Litern neue Maßstäbe. Der käufliche Eco 1.5 TD begnügt sich mittlerweile auch schon mit 4,9 Litern Diesel auf 100 km.

1983 verließ ein Senator als 20millionster Opel das Werk in Rüsselsheim.

Als letzter Kadett kam 1984 der "E". Als GSi mit einem cW-Wert von 0,30 das weltweit windschlüpfrigste Auto seiner Klasse. Nach und nach wurden alle Autos auf Katalysator-Technik umgestellt. 1985 war Opel als erster Hersteller in Deutschland mit einer kompletten Kat-Modellreihe am Start und 1989 wurden alle Opel serienmäßig mit Kat ausgeliefert.

1990 verwirklichte Opel als erster Autobauer einen Recycling-Kreislauf für Kunststoffe.


Er heimste bereits vor seinem Verkaufsstart Designpreise ein - der Calibra.

Opel Astra - und die Straße lebt. Er macht auch als Coupé und Kombi eine gute Figur.

Zafira - Platz für bis zu sieben Personen und multivariabler Innenraum.

Astra, Vectra und Calibra

1990 kam quasi als Manta-Ersatz der Calibra auf unsere Straßen. Mit Preisen zwischen 35.800 und 44.200 Mark war er für Familienväter und sportliche Fahrer gleichermaßen interessant. Als Topmodell wurde er mit 204-PS, Turbomotor und Allradantrieb gebaut. 1996 schaffte Manuel Reuter endlich auch den sportlichen Durchbruch mit dem Gewinn der ITC-Meisterschaft.

Für den Kadett kam der Opel Astra. Im Zuge der gestiegenen Sicherheitsansprüche erhielt er 1991 Seitenaufprallschutz, Stützrampen in den Sitzen und Gurtstraffer. 1995 verfügten alle Modelle über Fahrer- und Beifahrer-Airbags. Und mit dem Astra Jahrgang '99 hat Opel erstmals ein Fahrzeug, das dem Klassenprimus VW Golf ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen ist.

Für den doch eher biederen Ascona kam der frische Vectra auf den Markt. Er fand mit dem i500 seine vorerst leistungsmäßige Spitze.

Die Zeit brachte es mit sich, daß auch Opel für jede Nische ein Modell entwickelte. Opel's erste Großraumlimousine, den Sintra, den Tigra, der kleine Sportler auf Corsa-Basis, und den Zafira, das jüngste Kind, ein Mini-Van auf Astra-Basis. Ohne lästiges Herausnehmen der Sitze wird er vom Siebensitzer zum Zweisitzer mit riesigem Transportvolumen (1.705 Liter) und einer völlig ebenen, bis zu 2,8 Meter langen Ladefläche.


Gelände-Frontera - als Drei und Fünftürer erhältlich.

Der Signum - das Familien-Freizeitfahrzeug der Zukunft?

Heute und Morgen

Erst relativ spät, nämlich im Jahre 1991, präsentierte Opel mit dem Frontera sein erstes geländegängiges Freizeitfahrzeug, das aber schon ein Jahr später Marktführer in Europa wurde. Heute stehen dem Frontera noch die Monterey-Modelle zur Seite. Der Boom der allradgetriebenen Freizeitfahrzeuge ist nach wie vor ungebrochen, wenngleich heute mehr Wert auf Komfort und Alltagstauglichkeit besonders auf befestigten Straßen gelegt wird.

1996 begann Opel mit der Fertigung des Cadillac Catera auf Omega-Basis in Rüsselsheim.

1997 präsentierte Opel auf dem Automobilsalon in Genf die Zukunftsstudie "Signum". Eine gelungene Mischung aus Kombi, Limousine und Van.

Bis 2001 will Opel eine Produktoffensive mit 26 neuen Modellen und Modellvarianten starten. Lassen wir uns überraschen, was uns die nächsten 100 Jahre aus dem Hause Opel bringen werden.

Stand: Januar 1999