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Oldtimer / Stories | ![]() |
50 Jahre Porsche-Sportwagen-Geschichte


DRIVEandTRAVEL hat die Gelegenheit genutzt und Porsche in Zuffenhausen besucht. Es ist wirklich toll zu sehen, was auf einer relativ kleinen Produktionsfläche täglich passiert, mit welcher Motivation die Mitarbeiter bei der Arbeit sind und mit welcher Hingabe so ein Porsche zusammengebaut wird. Natürlich bietet es sich an, vor Beginn einer Werksführung das neu gestaltete Museum zu besuchen.

Neben zahlreichen anderen Exponaten dominieren Porsche Rennwagen aus vier Jahrzehnten. Der Eintritt ist kostenlos und finden können Sie das Porsche Museum in der Porschestraße 42, Stuttgart Zuffenhausen, täglich geöffnet (Telefon 0711/911-5685).

1948 wurde ein lang ersehnter Traum Wirklichkeit. Ein zweisitziger Sportwagen - auf der Basis von VW-Teilen - wurde das erste Automobil mit dem Namen Porsche. Es rangierte in Tradition der fortlaufenden Numerierung aller Konstruktionen als Typ 356. Ferry Porsche hatte sich zum Ziel gesetzt, einen Sportwagen bescheidener Größe zu bauen, der auf Grund seines idealen Leistung/Gewicht-Verhältnisses und seines niedrigen Luftwiderstandes hohe Beschleunigungswerte und Endgeschwindigkeiten, ein optimales Kurvenverhalten und auch kürzere Bremswege erzielen sollte als dies mit schweren Wagen möglich war. Auch das Styling und der Mittelmotor ermöglichten mit 35 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 135 km/h.

Das erste Cabriolet 356 wurde 1949 noch im österreichischem Gmünd gefertigt. 1950 war dann der Produktionsbeginn in Stuttgart Zuffenhausen und bis 1965 hatten 78.000 Käufer in aller Welt Gefallen an Ferry Porsches Auto gefunden.Weitere Sportwagen - allen voran der 911 - ließen die Marke zu einem der renommiertesten Automobil-Hersteller werden, bei dem stets das Design sowie wegweisende und zuverlässige Technik im Mittelpunkt standen und stehen.
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1961 entstand in Weissach ein Versuchsgelände sowie 1971 ein neuer Entwicklungsbereich mit Konstruktion, Versuch- und Designabteilung. Der hohe Stand der Abgasforschung im Porsche Forschungs- und Entwicklungszentrum war auch ein Grund für Audi, BMW, DaimlerChrysler, Volkswagen und Porsche, das seit Januar 1996 arbeitende gemeinsame "Abgaszentrum der Automobilindustrie" (ADA) in Weissach zu gründen. |

Porsche ist auch im Motorsport mit unzähligen Siegen immer vorne mit dabei. So verhilft auch der 917 (4,5 Liter Zwölfzylinder-Boxermotor) z.B. bei der Marken-Weltmeisterschaft und der Langstrecken-Weltmeisterschaft zu tollen Gewinnen. 1974 wird der 911 Turbo auf dem Pariser Autosalon präsentiert und 1975 stellt Porsche erstmals einen Transaxle-Sportwagen - den 924 - mit Motor vorn, Getriebe und Antrieb hinten, vor.

Der erfolgreichste aller Rennsportwagen wird der 956. Erstmals baut Porsche 1989 im 911 Carrera 2 die "Tiptronic" - ein Viergang-Automatikgetriebe, das entweder manuell (lastschaltbar) oder wahlweise als Vollautomatik einsetzbar ist. 1995 kommt der neue 911 Turbo mit Biturbomotor weltweit als erstes Serienfahrzeug mit On-Board-Diagnose II, reißverschweißten Hohlspeichenrädern und den niedrigsten Emissionswerten aller Serienfahrzeuge auf den Markt.

Nach nur drei Jahren Entwicklungszeit beginnt die Produktion des von Grund auf neuen Mittelmotor-Roadsters Porsche Boxster. 1997 komplettieren dann der neue Porsche 911, 1998 im Frühjahr das 911 Cabriolet und "last, but not least" im Herbst 1998 der 911 Allrad das erfolgreiche Porsche Programm.
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Nun aber genug der Geschichte. Unsere Führung durch die heiligen Hallen übernahm Herr Fischer, ein langjähriger Mitarbeiter, der mit viel Kompetenz uns die einzelnen Produktionsabläufe fachkundig erklärte. Wie heute üblich in der Branche werden viele Teile zugekauft, so fertigt Porsche nur noch 20 % selbst - alle anderen Teile werden natürlich mit Porsche Knowhow und ständiger Qualitätskontrolle bei Zulieferern erstellt. Unser Rundgang begann in der Motorproduktion, wo an einem langsam laufendem Fließband bestens geschulte Mitarbeiter "Ihren" Porsche Motor zusammenbauen. D.h., da ja mit Lieferzeiten bis zu einem Jahr gerechnet werden muß, wird der vom Kunden bestellte Porsche exakt unter dessen Kundennummer produziert. Dies erfordert ein hohes Maß an Logistik und muß, da doch 140 Autos pro Tag in 2 Schichten gefertigt werden, hundertprozentig funktionieren. Der endgültige Zusammenbau erfolgt dann auf einem Montageband, welches - aus Platzgründen - auf 3 Etagen läuft. Am Ende unseres Rundganges beeindruckte uns das Überziehen der Innenraumteile, wie Cockpit, Türinnenseiten etc., mit Leder. Heute wird jeder Porsche zu 80 % mit Voll-Lederausstattung bestellt und dies nicht nur bei Porsche, was bedeutet, daß der Einkauf immer schwieriger wird und natürlich auch immer teurer. |
Wie uns Herr Fischer am Schluß noch erzählte, sind 7100 Mitarbeiter in der Porsche AG und insgsamt 8200 im ganzen Konzern - aus 16 Nationen - beschäftigt. Durch gezielte Schulung jedes Einzelnen kann und wird dieser an mehreren Arbeitplätzen in einem routierenden Verfahren eingesetzt und dies beeinflußt die Monotonie der Fließbandarbeit entscheident. All diese Faktoren führen dazu, daß die Verbesserungsvorschläge der Porsche Mitarbeiter von Jahr zu Jahr steigen.

Übrigens, wundern Sie sich nicht, wenn "Ihr Porsche" schon 40 Kilometer auf dem Tacho anzeigt. Bevor ein Fahrzeug das Gelände zum Kunden verläßt wird es tatsächlich noch im Alltagsverkehr getestet.
Stand November 1998