Oldtimer / Stories

40 Jahre Fiat 500
Großes Jubiläum für ein kleines, wegweisendes Automobil mit optimaler Raumnutzung und hoher Wirtschaftlichkeit.

Vor 40 Jahren präsentierte Fiat anläßlich des damaligen Turiner Automobilsalons ein kleines Automobil, welches das Straßenbild Italiens bis in die heutige Zeit prägen sollte. Ab 1957 wurde der Nachfolger des legendären Fiat 500 "Topolino" (Foto rechts) unter dem Namen "Nuova 500" angeboten. Sein damaliger Listenpreis betrug 465.000 Lire (1972: 670.000 Lire). Mit seinem Namensvetter hatte der neue Fiat 500 allerdings nicht mehr viel gemeinsam, lediglich Hubraum und Außenabmessungen ähnelten sich.

Der Nuova 500 war eine vollständige Neuentwicklung. Zwar stammte die Konstruktion abermals von Fiat Entwicklungschef Dante Giacosa - bereits der Topolino und beispielweise auch der Fiat Multipla, die erste in Serie gefertigte Großraumlimousine, gehen auf seine Überlegungen zurück - doch sein damals jüngster Entwurf bot nun bis zu vier Personen Platz.

Das Erscheinungsbild des vielbestaunten Nuova 500 wich vollkommen von dem seines aus den dreißiger Jahren stammenden Vorgängers ab. Der luftgekühlte, anfangs lediglich 13 PS starke Zweizylinder-Reihenmotor fand seinen Platz im Heck und für Gepäck stand der Raum über der mit quer liegender Blattfeder ausgestatteten Vorderachse zur Verfügung.

Die kleine Maschine bot ausreichend Leistung, um den unbeladen 470 Kilogramm leichten Zweitürer auf eine Geschwindigkeit von 85 Stundenkilometer zu beschleunigen. Spätere Exemplare erreichten dank 22 PS Leistung eine schier atemberaubende Höchstgeschwindigkeit von rund 100 km/h.

Doch beim "Cinquino", wie ihn die Italiener liebevoll nennen, stand weniger die Fahrleistung als die elementare Lösung von Transportproblemen im Vordergrund. Das noch nicht einmal drei Meter lange Automobilchen bot Mobilität zum geringen Preis, mit geringem Platz- und Kraftstoffbedarf. So leistete er quasi als "Italienischer Volkswagen" einen großen Beitrag zur Massenmotorisierung Italiens.

Das knuffige Design weiß noch heute zu gefallen. Das Konzept war wegweisend. Der Kompaktwagen wurde 18 Jahre lang produziert und kann mit Fug und Recht als der Vorläufer des heutigen City-Car bezeichnet werden. Vom Fiat 500 wurden von 1957 bis 1972 insgesamt über 3,3 Millionen Exemplare produziert. Von 1972 bis 1975 kamen nochmals rund 340.000 von Sicilfiat und Autobianchi in Lizenz gefertigte Exemplare hinzu. Nicht nur in Italien reizte der Fiat 500 seine Besitzer zu allerlei schönen, skurilen und lustigen Umbauaktionen. Auch als Cabrio macht er eine gute Figur.
Ab 1972 traten die Fiat Modelle 126, Panda (1980) und Cinquecento (1992) die Nachfolge des beliebten Nuova 500 an. Während der 126er noch ausschließlich mit dem Zweizylindermotor bestückt war, starteten Panda und Cinquecento auch mit vier Zylindern. Vielleicht gelingt es dem Cinquecento mit etwas Glück die gleiche Beliebtheit wie der "500" zu erreichen. Zumindest ist er der bislang würdigste Nachfolger des noch immer populären Fiat 500.

Stand: September 1997