|
|
|
Rund um den Comer See
Der Comer See, einer der reizvollen oberitalienischen Seen, ist eigentlich nicht so bekannt und steht meistens im Schatten des Lago Maggiore oder des Gardasee´s. 146 Quadratkilometer laden zum Baden oder Bootfahren ein.

Hier findet man alles, was das Herz begehrt: alte italienische Städtchen, eine Uferstraße, die fast immer direkt am See entlang gebaut ist und einen reizvollen Blick auf die umliegenden Berge, die bis zu 2.400 m hoch in den Himmel ragen und das gegenüberliegende Ufer freiwerden lässt mit vielen kleinen Stränden, die nicht zu überlaufen sind - zumindest werktags.

Endlich ist Sommer, die Sonne scheint, das Motorrad ist bepackt und los geht unsere Fahrt zum Comer See. Von Landsberg am Lech, einem idylischem Städtchen an der romantischen Straße, fahren wir über Füssen/Reuthe, vorbei am Zugspitzmassiv in Richtung Fernpass und nach ca. 3 1/2 Stunden erreichen wir St. Moritz in der Schweiz. Weiter geht es über den Maloja-Pass nach Italien und nach ca. 6 Stunden kann man die Nordspitze des Comer See´s erblicken.

![]() |
Wir wählen das reizvolle Städtchen Varenna (Ostseite) als Ausgangspunkt für unseren viertägigen Trip. Der fast autofreie Ortskern wird durchzogen von jeder Menge verwinkelter Gässchen. Sehenswert ist die Pfarrkirche San Giorgio (14. Jh.) sowie die südlich vor dem Ort liegende Villa Monastera mit einem tollen mediterranem Garten. |

|
|
Unsere 1500 CL Suzuki können wir in der Garage des Hotels "Royal Victoria" kostenlos unterstellen, was natürlich in Italien schon etwas beruhigendes hat. Das Hotel liegt direkt am See, mit eigenem Seezugang und einem herrlichen Pool zum Entspannen nach den anstrengenden Fahrten.
Abends erkunden wir dann zu Fuss den idyllischen Ort und genießen einen herrlichen Sonnenuntergang in einer der kleinen Bars am Ufer. |

Am nächsten Tag starten wir - nach einem ausgiebigen Frühstück - zu einer Rundreise um den See. Von Varenna geht es südlich am Ufer entlang zum Lago di Lecco, dem rechten Arm des Comer Sees, direkt nach Lecco.

Sehenswert ist eigentlich nur die lange Uferpromenade und die kleine Kirche San Pietro al Monto, ansonsten beherrscht die Industrie das Stadtbild. Nachdem wir in einem Cafe am See unseren Durst gestillt hatten, es hat immerhin schon um 11 Uhr vormittags 27 Grad, düsen wir weiter direkt nach Como, am südlichen Ende des linken Armes liegend.

![]() |
Hier pulsiert das Leben. Alles was rollt, bewegt sich zusammen mit uns zum historischen Stadtkern und wieder hinaus zum Hafenbecken. Bevor wir die Stadt erkunden, gönnen wir uns noch eine kleine Verschnaufpause und genießen einen Cappucino mit Blick auf den See. |
Vorbei an schicken Geschäften erreichen wir die Piazza del Duomo, die vom eindrucksvollen Dom Santa Maria Maggiore beherrscht wird. Schon von außen betrachtet ist er eine Augenweide für alle, die Gotik und Renaissance zu schätzen wissen. Doch wir verweilen nicht allzu lange in Como, denn eigentlich wollten wir ja den See einmal umfahren, aber eines ist sicher - wir kommen wieder.

Vorbei an sagenhaft tollen, alten italienischen Villen geht die Fahrt in nördlicher Richtung weiter. Immer wieder zeigen sich kleine Badebuchten, in denen erholungssuchende Mailänder die Ruhe und das kühle Wasser genießen.

Am liebsten würden wir uns auch in die Fluten stürzen, denn bei 32 Grad und voller Motorradmontur wäre jetzt eine Erfrischung schon angenehm. Doch wir haben noch ein paar Kilometer vor uns und einige Sehenswürdigkeiten.

![]() |
Auf der kleinen Halbinsel Lenno sieht man schon von weitem die Villa del Balbianello - eine ehemalige Abtei mit einem wunderschönen Garten. Nach ein paar Kilometern erreichen wir Tremezzo. Hauptattraktion des kleinen Durchgangsortes ist sicherlich die Villa Carlotta aus dem 18. Jh. Man sollte sich die Zeit nehmen und einen kleinen Spaziergung durch den blühenden Garten unternehmen - es lohnt sich. |

Schon nach einigen Kilometern führt uns die Straße zum Ferienort Menaggio, von dem man auch mit der Fähre an das gegenüberliegende Ufer - nach Bellagio und Varenna - übersetzen kann.

Und weiter geht es Richtung Norden bis zum historischen Städtchen Gravedona, welches im Mündungsbereich des Lirobachs liegt. Ein hoher Campanile macht uns auf die Chiesa Santa Maria del Tiglio aufmerksam. Sie zählt zu den bedeutendsten romanischen Bauten am Comer See.

Bei strahlendem Sonnenschein bollert unsere Intruder gemütlich dahin und wir genießen den Blick auf die schneebedeckten Berge im Norden, bevor wir das obere Ende des See´s passieren und schon unser nächstes Ziel ansteuern: Bellano, mit seinem sehenswerten Stadtkern.
![]() |
Doch nun hält uns nichts mehr, denn es sind nur noch einige Kilometer bis nach Varenna - der Pool ruft. Eine sehenswerte Rundreise geht zu Ende mit vielen Eindrücken, die wir, gemütlich im Liegestuhl liegend, noch einmal Revue passieren lassen. |

|
|
Pünktlich um zehn Uhr starten wir am nächsten Tag nach Belaggio, das an der Spitze liegt, an der sich der See teilt.
Per Schiff, Auto oder Motorrad kommen täglich hunderte von Besucher, die die alten Hotels bewundern oder in einem der herrlichen Gärten flanieren.
Auf einer Anhöhe liegt die Villa Serbelloni (19. Jh.), die sich heute im Besitz der Rockefeller Foundation befindet. |

Wir setzen uns in eines der vielen Cafe´s und betrachten das rege Treiben um uns herum. Übrigens ist schon die Fahrt nach Belaggio auf einem schmalen Sträßchen sehr ereignisreich, da sich der See dann immer wieder von einer neuen Sicht präsentiert. Das Highlight für Motorradfahrer ist allerdings der Weg zurück durch die Berge in Richtung Erba mit jeder Menge Kurven. Bei einem gemütlichen Glas Wein und tollem italienischem Essen lassen wir den Tag gemütlich ausklingen.
Leider nähert sich unser kurzer Tripp zum Comer See schon wieder dem Ende. Bei herrlichem Wetter fahren wir wieder in Richtung Heimat, machen aber diesmal noch einen Schwenk über den Ofen Pass nach Südtirol und von hier aus dann über den Reschen Pass wieder nach Landsberg.

|
|
Wie immer verging die Zeit wie im Flug und noch viele herrliche Touren in dieser Region warten auf uns. So z.B. im Westen einen Abstecher an den Luganer See, an dessen Nordufer entlang über Lugano, Morcote, Ponte Tresa weiter zum Lago Maggiore. Auch hier beeindruckende Bergkulissen und kurvige, abwechslungsreiche Sträßchen, die sich entlang der Bergseen schlängeln.
Wir haben die vier Tage sehr genossen und vielleicht kommen wir ja schon nächstes Jahr wieder. |

DRIVE and TRAVEL empfiehlt für Ihre Fahrt zum reizvollen Comer See folgende Reiseführer: "Der National Geographic Exüplorer Oberitalienische Seen" und vom Bruckmann Verlag "Lago Maggiore, Comer See", der zudem auch Tipps für schöne Wanderungen enthält.
| |